
Wirtschaft und Unternehmen
Der Wahlkreis lebt von kleinen und mittelständischen Unternehmen, vom Handwerk, von Industrie und Dienstleistung. Gute Wirtschaftspolitik entscheidet sich nicht in Leitbildern, sondern bei Investitionen, Genehmigungen und Fachkräften. Betriebe brauchen Planungssicherheit, zügige Verfahren und verlässliche Rahmenbedingungen. Wer Arbeitsplätze sichern will, muss Bestandspflege betreiben – und dort unterstützen, wo Unternehmen wachsen wollen.
Die Umbrüche sind real: Energiepreise, Digitalisierung, Fachkräftemangel. Landespolitik darf Unternehmen in dieser Phase nicht alleinlassen. Sie muss Verfahren vereinfachen, Investitionen ermöglichen und Förderprogramme praktikabel machen.
Und: Der innerstädtische Einzelhandel gehört dazu. Unsere Innenstädte stehen unter Druck – durch Onlinehandel, verändertes Konsumverhalten und steigende Kosten. Wenn Läden schließen, verlieren Orte mehr als Verkaufsflächen. Sie verlieren Begegnung, Frequenz, Alltag. Hier braucht es kluge Konzepte, erreichbare Förderinstrumente und eine enge Abstimmung zwischen Kommune, Land und Wirtschaft.
ÖPNV & Mobilität
Mobilität entscheidet über Teilhabe. Wer zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Arzt will, braucht verlässliche Verbindungen. Bus und Bahn müssen aufeinander abgestimmt sein und auch im ländlichen Raum funktionieren. Gleichzeitig geht es um Straßen, Radwege und sichere Schulwege.
Ein Wahlkreis funktioniert nur, wenn Wege funktionieren. Taktungen, Anschlüsse und Erreichbarkeit sind keine Nebensache, sondern Grundlage für Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliches Leben. Mobilitätspolitik muss den gesamten Raum im Blick behalten.
Schönebeck gilt laut aktueller Untersuchung als sogenannte Zehn-Minuten-Stadt. Vieles ist in kurzer Zeit erreichbar – Einkauf, Schule, Verwaltung, Freizeit. Das ist ein Standortvorteil. Zwischen Landeshauptstadt und Kreisstadt gelegen, bietet die Stadt gute Voraussetzungen für Wohnen und Arbeiten. Diese Stärke muss gesichert werden: durch verlässliche Bahnverbindungen, gute Anbindung der Ortsteile und eine Infrastruktur, die kurze Wege ermöglicht und lange Wege planbar macht.
Schulen, Kitas und Bildung
Gute Bildung beginnt in der Kita und endet nicht mit dem Schulabschluss. Verlässliche Betreuung, ausreichend Personal und moderne Schulgebäude sind keine Kür, sondern Grundlage für Chancengleichheit. Der Wahlkreis braucht starke Grundschulen, weiterführende Schulen und berufliche Perspektiven vor Ort.
Unterrichtsausfall, lange Wege und fehlende Fachkräfte dürfen nicht zur Normalität werden. Bildungspolitik heißt investieren – in Gebäude, in Personal, in Qualität. Wer junge Menschen halten will, muss ihnen hier Perspektiven bieten.
Dabei haben alle Schulformen ihre Berechtigung. Staatliche Schulen ebenso wie Schulen in freier Trägerschaft leisten einen wichtigen Beitrag. Entscheidend ist nicht die Organisationsform, sondern die Qualität und die individuelle Förderung. Kinder und Jugendliche sollen die bestmöglichen Chancen erhalten, auf ein Studium ebenso wie auf eine qualifizierte berufliche Ausbildung.
Ich halte es zudem für sinnvoll, dass an weiterführenden Schulen alle Schülerinnen und Schüler nach der zehnten Klasse einen anerkannten Abschluss erwerben. Das schafft Verlässlichkeit, bereitet auf Prüfungen vor und gibt Sicherheit. Gerade in der gymnasialen Oberstufe können sich Lebenssituationen ändern, gesundheitlich, familiär oder aus anderen Gründen. Ein erreichter Abschluss nach Klasse zehn ist dann kein Rückschritt, sondern ein Fundament.
Gutes Leben von der Geburt bis ins Alter
Lebensqualität entscheidet sich im Alltag. Ob junge Familie, Alleinerziehende oder Senior – es braucht Strukturen, die tragen. Von verlässlichen Kita-Plätzen über erreichbare medizinische Versorgung bis hin zu Beratungsangeboten muss Unterstützung wohnortnah organisiert sein.
Dass es seit drei Jahren keine Geburtenstation mehr in Schönebeck gibt, ist ein Verlust. Für werdende Eltern bedeutet das längere Wege in einer sensiblen Situation. Geburtshilfe gehört zur Grundversorgung. Sie muss erreichbar sein und darf nicht allein wirtschaftlichen Kalkülen folgen.
Besonders deutlich zeigen sich die Herausforderungen in der Pflege. Sachsen-Anhalt wird älter, der Fachkräftemangel wächst, Einrichtungen und ambulante Dienste stehen unter Druck. Gute Pflege braucht Zeit, Personal und stabile Finanzierung. Sie darf weder Pflegebedürftige noch Angehörige überfordern.
Als Landtagsabgeordneter möchte ich Ansprechpartner sein – auch im Gespräch mit privaten und freigemeinnützigen Trägern. Es geht darum, unterschiedliche Wohnformen für verschiedene Pflegegrade mitzudenken und vor Ort zu ermöglichen: ambulant, teilstationär, stationär. Versorgung muss sich am Bedarf orientieren, nicht an Zuständigkeitsgrenzen.
Kultur und Sport
Kultur prägt Identität. Vereine, Initiativen, Veranstaltungen und Einrichtungen schaffen Begegnung und halten Orte lebendig. Sie sorgen dafür, dass Gemeinden mehr sind als Wohnorte. Gerade im ländlichen Raum braucht Kultur Planungssicherheit und verlässliche Förderung.
Ich engagiere mich selbst in mehreren Fördervereinen im Salzlandkreis – unter anderem im Salzlandmuseum, beim Hummelberg-Turm, im Förderverein der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie und bei Union Schönebeck 1861. Über meine Mitgliedschaft im Kreistag bin ich zudem Teil der Gesellschafterversammlung der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Kulturpolitik heißt für mich, Strukturen zu sichern und Engagement zu ermöglichen.
Zum gesellschaftlichen Leben gehört ebenso der Sport. Sportvereine leisten Integrationsarbeit, Nachwuchsarbeit und Gesundheitsförderung – oft getragen vom Ehrenamt. Über meine Stadtratsfraktion habe ich mich für die Erhöhung der Übungsleiterpauschale eingesetzt, weil Engagement nicht selbstverständlich ist. Und ich erinnere mich gut an eine Haushaltsberatung, in der wir eine Lösung für die Finanzierung einer Flutlichtanlage gefunden haben. Das sind keine Schlagzeilen, aber konkrete Verbesserungen.
Wer Kultur und Sport stärken will, muss im Haushalt Prioritäten setzen und verlässlich handeln.
Sicherheit, Polizei, Feuerwehr und Ehrenamt
Sicherheit entsteht durch Präsenz und Verlässlichkeit. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste leisten tägliche Arbeit, oft getragen vom Ehrenamt. Gute Ausstattung, klare Zuständigkeiten und verlässliche Finanzierung sind Voraussetzung dafür, dass Hilfe ankommt – im Alltag wie in Ausnahmesituationen.
Respekt vor Einsatzkräften darf sich nicht in Worten erschöpfen. Wer Sicherheit ernst nimmt, stärkt Strukturen, sorgt für Nachwuchs und entlastet diejenigen, die Verantwortung übernehmen.
Auf kommunaler Ebene haben wir in Schönebeck die Erhöhung der Feuerwehrrenten durchgesetzt. Das ist ein Signal an diejenigen, die über Jahre hinweg Dienst leisten: Engagement verdient Anerkennung, auch materiell. Sicherheit beginnt nicht erst im Landeshaushalt, sondern in der Kommune.
Im Landtag arbeite ich im Innenausschuss mit. Dort geht es um Polizei, Katastrophenschutz, Gefahrenabwehr und die rechtlichen Rahmenbedingungen für unsere Sicherheitsbehörden.